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Ein suchendes Herz

„Bleibt wach und betet. Sonst wird euch die Versuchung überwältigen. Denn der Geist ist zwar willig, aber der Körper ist schwach“ Matthäus 26,41

In der dunkelsten Stunde schlafen die Jünger und können Jesus nicht im Gebet unterstützen. Können wir die Jünger verurteilen, dass sie in so einem wichtigen Moment schlafen? Was heißt das eigentlich der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach?
Noch vor kurzem saßen alle Jünger zusammen mit Jesus beim Abendmahl und genossen die Gemeinschaft. Es ist eigentlich viel passiert, aber keiner von den Jüngern hat ein Zeichen gesehen, dass es das letzte Mahl mit Jesus war. Jesus wäscht ihnen die Füße. Zu Petrus sagt er, dass er ihn drei Mal verleugnen wird. Er spricht von einem, der ihn verraten wird und trotzdem merken die Jünger nicht, dass Jesus sich von ihnen verabschiedet. Sie sind gewohnt, dass in den letzten drei Jahren viel passiert ist, was sie nicht verstanden  haben und sie denken, dass es so weiter gehen wird. Sie fühlen sich sicher in der Gegenwart des Sohn Gottes. Jesus hat ihnen nie Vorwürfe gemacht, dass sie etwas falsch machen und nicht genügend beten. Ein einziges Mal sagt er zu Petrus, als er auf dem Wasser geht. „Warum hast du gezweifelt?“.
Können wir diese Frage beantworten? Warum zweifeln wir? Warum schlafen wir, wenn es Zeit ist zu beten? Warum erkennen wir nicht die Zeichen Gottes? Warum sind wir geistlich blind?
Sollen wir anfangen in uns nach Antworten zu suchen? Sollen wir anfangen, Buße zu tun? Kommt es auf unseren Ehrgeiz im Gebet an, dass wir dauerhaft und konstant beten, Bibel lesen, damit wir wie in der Schule eine gute Note von Gott bekommen?
Nein, es kommt alleine auf unsere Beziehung zu Jesus an. Welchen Draht habe ich zu meinem persönlichen Retter und Erlöser? Wie nah bin ich an seinem Herzen? Erkenne ich, was er fühlt, denkt, träumt? Bei uns Menschen gibt es keine konstanten Beziehungen. Die Beziehung ist mal intensiv, mal weniger intensiv. Wir erleben in jeder Beziehung, in jeder Freundschaft Frühling und Herbst, auch mit Jesus. Verurteile dich nicht, wenn du dich ihm nicht nahe fühlst, und stürze nicht ins Gebet und in die Bibel, sondern vertraue, dass neue Verliebtheit, neue Leidenschaft kommen wird.
Suche eher ein aufrichtiges Gespräch mit Gott, wie Jesus am Kreuz, wo er sich verlassen fühlt und sagt: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“(Matthäus 27,46) Wir können Gott solche Fragen stellen und unser Herz vor ihm ausschütten. Wir können weinen und Trost in seinem Wort finden und vor allem vertrauen, dass seine Berührung, seine Umarmung, seine Nähe mit neuer Kraft in unser Leben kommt, wenn wir uns von ihm nicht abwenden und mit einem offen, suchenden Herzen warten. Jede Welle, die am Ufer ankommt, zieht sich auch zurück. So ist es auch in der Beziehung mit Gott. Er kommt wellenartig in unser Leben. Die Frage ist, stehe ich am Meer und warte oder beschäftige ich mich mit Diensten und habe die Beziehung mit Gott mit anderen Dingen ausgefüllt, um diese Verlassenheit nicht zu spüren. Aber dieses Gefühl der Verlassenheit ist ein Hunger vom Gott, dass man sich noch mehr nach ihm ausstreckt. Mit meinem Tun kann ich diese Beziehung nicht beschleunigen. Jesus ist kein Automat, wo man viel Gebet rein wirft und daraus eine liebevolle Beziehung entsteht. Jesus ist eine Person, die unsere Liebeszeichen wahrnimmt. Ein Blumenstrauß, ein Spaziergang mit ihm, ein liebevolles Wort, eine Karte. Er sehnt sich nach unserer Aufmerksamkeit. Wissen Sie, dass eine kraftvolle Gemeinde nicht die ist, die viele Mitglieder hat, sondern die, deren Mitglieder eine intensive liebevolle Beziehung zu Jesus haben. Wie wäre es, wenn die Menschen denen wir begegnen, in uns Jesus sehen, weil wir so in ihn verliebt sind, weil wir so eine große Sehnsucht nach ihm haben. Ich sage nicht, dass wir nicht die Bibel lesen sollen und nicht so viel beten sollen. Ich meine, dass die Beziehung zu Jesus an erster Stelle steht und dann alles andere. Bin ich Maria an Jesus Füßen oder Marta, die viel tut und anderen Vorwürfe macht? (Lukas 10.40-41) Maria sucht das Gespräch mit Gott. Marta möchte Jesus dienen. Jesus sagt ganz klar, dass Maria erkannt hat, was wirklich wichtig ist und es soll ihr nicht genommen werden. Jesus versteht unser Bedürfnis ihm zu dienen. Aber nur der Dienst hat Bestand vor Gott , der aus dem von Liebe überfüllten Herzen entsteht und nicht weil uns die Nähe Gottes fehlt. Durch so einen Dienst wirst du dich noch mehr vom Gott und seiner Nähe entfernen.
Fange an, jeden Tag Jesus als Freund zu suchen. Verbringe Zeit mit ihm in deinem Alltag!

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